Tübingen21 – Oben! bleiben

Eine andere Welt ist möglich !!!

Wir sind gegen die Versenkung des Tübinger Hauptbahnhofs … und zwar jetzt schon, – noch bevor uns irgendwelche Pläne dazu bekannt sind! Damit erklären wir uns solidarisch mit dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und für den Kopfbahnhof 21 mit Vernunft. Echt genial, was die Leute da bewegt haben und noch bewegen. Wir sind begeistert  von dem beeindruckenden Redebeitrag, den Paul Schobel am 28.11.11 auf der 101. Montagsdemo mit eingebracht hat. Echt genial, dass ein so waches und kritisches politisches Bewusstsein auch und gerade von uns Christen her zu erkennen gegeben wird. Schaut Euch das hier an:

http://s21-christen-sagen-nein.org/2011/11/29/paul-schobel-betriebsseelsorger-101-montagsdemo-28-11-11/

Auch wenn das Aktionsbündnis das eigentliche Versenkungs-Projekt nicht stoppen konnten, so hat sein Gegenfeuer doch viel gutes erreicht und die Strategien der neoliberalen Stadtvermarktung zum Vorschein gebracht. Letztlich geht es immer wieder darum, sich gegen das herrschende Kapital-System und damit gegen die schleichende Vermarktung und Entmenschlichung unsere Lebenswelten insbesondere in unseren Städten zur Wehr zu setzten. Empört Euch!

Es bleibt aus den Vorgängen in Stuttgart die Lehre zu ziehen: wir können uns gegen neoliberale Stadtentwicklungsprojekte nicht früh genug mobilisieren. Denn auch der profitorientierte Kapitalmarkt schläft nie. Die gegenwärtige Stadtentwicklungspolitik des amtierenden Oberbürgermeisters, Boris Palmer, halten wir im Effekt für vertretbar.   Doch tragen wir als Bürger und Menschen der Stadt die Verantwortung dafür, dass das auch so bleibt.

Dass es vor drei oder vier Jahren zur Verbauung und Verkommerzialisierung des Depot-Areals gekommen ist, ohne dass sich breiterer Protest geregt hat, ist ein Beispiel für die Brisanz der Forderung nach einem wachen und kritischen politischen Bewusstsein auch und gerade im Hinblick auf die Entwicklung und Erhaltung unserer städtischen Lebensräume.

Ein anderes Beispiel ist die aktuelle Schließung der Räumlichkeiten im Clubhaus von Seiten des Uni-Rektorats, wo dort bisher über Jahre hinweg und problemlos während der Semester immer Donnerstags selbstorganisierte und zur Finanzierung der Fachschaften wichtige Feste veranstaltet werden konnten. Was soll das???!!! Wie fadenscheinig ist die offizielle Begründung der Sperrung  seitens der Uni-Leitung mit dem Hinweis auf die festgestellten Brandschutzmängel, wo diese doch seit 6 Jahren bekannt waren und während dieser ganzen Zeit kein Geld zu ihrer Behebung bereit gestellt worden ist. Studiengebühren adieu !!! (check this out: “Clubhaus – ein Trauerspiel“)

Wir unterstützen und erklären uns solidarisch mit den selbstverwalteten Wohnprojekten hier am Ort. Dazu gehören insbesondere die beiden Wagenplätze (Bambule und Kuntabunt), die Lu15, die Schellingstraße, die Hegelstraße 7, das Vier-Häuser-Projekt, die Leibniz-Häuser 2+3, die Rothenburg und der Tübinger Lichtenstein.

Bestehende alternative Projekt- und Gestaltungsräume wie das Kunstamt oder die Shedhalle (auf dem Alten Schlachthof-Gelände) müssen erhalten bleiben und sollen gleichartige Folgeprojekte nach sich ziehen. Dementsprechend setzen wir uns ein nicht nur für die Erhaltung, sondern auch für die Gewinnung von alternativem Wohn- und Gestaltungsraum. Damit Verbunden ist unsere Forderung nach der Sicherung fairer und angemessener Mietpreise, um – insbesondere im Hinblick auf die Studierenden – die Kosten für Wohn- und Projekträume im Bereich des Erträglichen und Möglichen zu halten.

In unseren Herzen brennt die große Sehnsucht nach einem Leben in echter menschlicher Gemeinschaft. Wir halten sie mit Jesus als dem (vollkommenen) Bild des Menschen in ihrer Mitte für mögliche. Jesus hat durch sein Leben und Sterben in Liebe zum Vater im Himmel und den Menschen auf der Erde dieser Hoffnung Grund gelegt. Wir wissen: eine andere Welt ist möglich. Und dafür dürfen wir geben, was wir können!

Wir freuen uns, danken Gott und feieren Jesus, weil wir aber beim bloßen Anti- nicht stehen bleiben müssen, sondern uns von einer lebendige Hoffnung auf eine andere, konkrete und reale Welt, beseelen lassen können. Es geht um neue-alte, menschliche Formen von Gemeinschaft und von Zusammenleben. Es geht um des Anbrechen des Reiches Gottes und schon jetzt und hier!!! With God the Vision! Doch um Himmels willen! – dabei sind auch wir  gefordert:

Get up, stand up, get up for His live!

Jesus Christus spricht:
“Denn wer sein Leben erhalten will, 
der wirds verlieren; 
wer aber sein Leben verliert um meinetwillen,
der wirds finden.”              Mt. 16,25

Aber wir wissen auch und Jesus hat es gezeigt: Gewalt ist keine Lösung. Der Weg zu mehr Menschlichkeit ist Menschlichkeit. Wir sind nicht bereit für (schein-)heilige Zwecke alle Mittel zu heiligen. Wir bekennen uns zu dem Weg des Gewaltfreien Widerstandes, wie er uns durch Menschen und Zeugen des Geistes als gangbar vorgelebt worden ist. Hallelujah – Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig !!!

Und noch vier weitere Punkte, durch die wir uns aufrütteln und den WEG weisen lassen dürfen:

1. wir haben keine ahnung wie gemeinschaft gelingen kann, weil wir alle durch den individualitätswahn ziemlich verarmt und vereinsamt sind, was wir oft nichtmal checken weil der wahn nun mal an der tagesordnung ist. manchmal schimmert eine schreckliche trauer und leere und sinnlosigkeit durch, doch sie ist schnell verdrängt und wir kehren zum normalmodus zurück….kennt ihr dieses seltsame gefühl, dass irgendwas grundsätzlich im argen liegt mit der welt und ihren bewohnern?!? vielleicht hat es mit der art und weise zu tun wie wir leben bzw. eben nicht leben, weil wirkliches leben in und aus gottes gnade und kraft  für uns noch viel zu selten erfahrbar ist.

2. ohne gott, seinen sohn und den heiligen geist können wir einpacken. wir brauchen dieses fundament, diese basis und orientierung (auch und gerade durch die heilige schrift ! ), weil uns unsere netten ideen, sonderwünsche, vorlieben, süchte und macken ständig in die quere kommen werden. wir müssen uns diese vage idee und realisierung von einem gemeinsamen leben hart erkämpfen, darum ringen (auch miteinander) und sie täglich im gebet und in unseren gedanken und taten ersehnen, erbitten und suchen…

3.wir dürfen alle einstecken/ zurückstecken ! wir dürfen uns ändern und verändern lassen; wir dürfen unser altes leben verlieren, um überhaupt mal ne ahnung von dem leben zu bekommen, wie gott es sich für uns wünscht. doch allzu oft wollen wir festhalten an unseren gewohnheiten und diese nur leicht angleichen an etwas neues. wir sind meister im kompromisse schliessen mit unseren süchten und lassen uns nur äusserst ungern ermahnen.

4. wir brauchen vorbilder und nehmen jesus selbst als wirklich geniales vorbild noch nicht ernst genug. leider haben wir zu selten im täglichen leben mit vorbildern zu tun, denen wir uns auch mal gerne unterordnen, weil wir ihnen absolut vertrauen. unsere familien sind meist so gestört , dass wir nicht mal unseren eltern absolutes vertrauen schenken können. wir denken einfach zu gerne : “ich weiss am besten was gut für mich ist” . ich darf euch aus meiner erfahrung sagen : ich habe es oft nicht gewusst und weiss es noch lange nicht immer, was gut für mich ist und habe erlebt wie gott mein ganzes leben umkrempelte und mir vermittelte : sorry mein kind, du hast leider keine ahnung, lass mich dein verpfuschtes leben bitte wieder richten!

Wer hilft uns immer aus der Scheiße?
Wer hilft uns auf so krasse Weise?
Es ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Für Ihn wollen wir alles geben
(Lyrics von Front77, zit. aus dem Kranken Boten Nr4/2011)